Dienstrad vs Dienstfahrzeug

Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Der Dienstwagen wird von tausenden Angestellten und Unternehmern täglich sowohl dienstlich und privat genutzt. Die Vorteile werden von Arbeitnehmern, -gebern, Unternehmern und Selbständigen gleichermaßen in Anspruch genommen. Dabei dient die Bereitstellung eines Dienstfahrzeugs nicht nur dem Zweck von A nach B zu kommen, sondern soll, als besondere Wertschätzung, den Mitarbeiter motivieren oder als Statussymbol dienen. Viele hierfür Verantwortliche investieren in die Auswahl des passenden Fahrzeugs genau so viel Zeit, wie in die Auswahl des passenden Mitarbeiters.

Doch vor allem in Städten, wo Parkplätze knapp und die Autos viele sind, bleibt immer häufiger der Wagen in der Garage stehen und Alternativen wie Fahrrad, E-Bike oder S-Pedelec stark gewinnen an Attraktivität.

Kein Wunder, die Vorteile solcher, alternativer Mobilitätskonzepte wie Dienstfahrrad statt Dienstwagen wissen immer mehr zu schätzen:

Aus Arbeitgebersicht

Besonders im Bereich Gesundheitswesen gibt es mehrere Gründe die für das Dienstrad sprechen. Wer den Weg zur Arbeit radelt, kommt fit und entspannt an. Fittere Arbeitnehmer gelten als ausgeglichener und leistungsfähiger als ihre Kollegen. Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause kann man gleich den gesamten Stress und eventuellen Frust des Arbeitstages wegradeln. So kommt man ruhig und gelassen im Feierabend an. Das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen zu leiden wird nachweislich bereits nach einer halben Stunde täglich auf dem Rad gesenkt. Der Krankenstand der Mitarbeiter kann somit für das Unternehmen gesenkt werden. Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass nicht Hochbelastungen wie wöchentliches Joggen das ultimative Gesundheitsplus ist, sondern regelmäßige Alltagsbewegungen zur gesunden Lebensweise beitragen.

Durch das entspannte Ankommen in der Arbeit erhöht sich gleichzeitig auch die Motivation des Mitarbeiters. Wenn das Unternehmen für das Dienstfahrzeug aufkommt, ist das ein Antrieb sich mehr und mehr mit dem Unternehmen zu identifizieren und motiviert und aktiv zu arbeiten. Mehr und mehr Firmen bieten ihren Mitarbeitern geleaste Fahrräder, anstelle des bisher bewährten Dienstwagens an. Ganz besonders hoch im Kurs stehen hier E-Bikes und Pedelecs.

Als großer Vorreiter ist in diesem Bereich ganz klar das Projekt E-Bike-City in Hannover zu nennen. Fast dreißig Unternehmen mit einer Zahl von ca. 500.000 Angestellten haben es sich zur Aufgabe gemacht so viel Mitarbeiter wie möglich für das Fahrrad zu begeistern und so 10.000 Elektroräder auf die Straßen der Stadt zu schaffen. Dabei ist bemerkenswert, dass schon innerhalb eines halben Jahres 6.000 E-Bikes anstelle von Autos den CO2 Ausstoß um 5 % senken können. Firmen, welche ihren Mitarbeitern Fahrräder als Dienstfahrzeug bieten, gelten als Zukunftsorientiert. Die Umwelt wird geschont, Mitarbeiter motiviert und die Gesundheit gefördert. Hinzu kommt, das Kosten für das Unternehmen eingespart werden können. So werden z.B. weniger Parkplätze benötigt, da der Bedarf sinkt. Diensträder bieten im Gegensatz zu Dienstautos die Möglichkeit, als flächendeckendes Konzept auch in große Unternehmen eingeführt zu werden. So kann jeder Mitarbeiter und nicht nur die Führungsebene von einem eigenen Dienstfahrzeug profitieren.

Aus Arbeitnehmersicht

Natürlich sind die gesundheitlichen Vorteile alle auch auf der Seite des Arbeitnehmers zu nennen. Denn ist man gesünder und fitter, spürt man die positiven Auswirkungen auch im eigenen Alltag. Dazu kommt, dass der Arbeitsweg noch aus einem weiteren Grund entspannter wird. Mit einem Rad ist es ganz leicht den Verkehr zu den Hauptstoßzeiten zu umgehen.

Dazu gibt es auch die Möglichkeit, neben dem Dienstrad gleichzeitig einen Dienstwagen von der Firma gestellt zu bekommen. Die Preisersparnis bei der Anschaffung eines Rads kann zwischen 20 – 50% je nach Steuerklasse/Bonus für jeden einzelnen Mitarbeiter liegen. Kleine monatliche Raten entlasten den Geldbeutel ebenfalls ungemein, da kein hoher Einmalbetrag anfällt. So kann man entspannt Monat für Monat einen kleinen Teil der Summe abbezahlen. Im Vergleich schneidet das Dienstrad um einiges günstiger als der Dienstwagen ab. Die Anschaffung kostet für ein Rad im Durchschnitt 15-30 € monatlich, der altbewährte Dienstwagen übersteigt diesen Betrag um das zehnfache. Man muss mit durchschnittlich 150-350 € im Monat rechnen. Hinzu kommt, dass die 1%-Regelung und nicht die Anzahl gefahrener Kilometer beim Dienstfahrrad in Kraft tritt. Um das Rad auch uneingeschränkt privat nutzen zu können gilt ebenso wie beim Dienstwagen, dass 1 % des Brutto-Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. Außerdem wird das zu versteuernde Bruttoeinkommen um die Leasingrate und den Versicherungsbeitrag gesenkt.

Damit man das Rad in der Freizeit nicht alleine nutzen muss, ist es möglich, dass ein Mitarbeiter auch mehrere Räder erhält. So kann also die ganze Familie ein Rad über den Arbeitgeber erhalten und dem gemeinsamen Wochenendausflug steht nichts mehr im Wege. Immerhin findet sich vor fast jedem Café oder der Eisdiele in der Innenstadt noch ein Parkplatz für ein Rad.

Aus der Sicht des Umweltschutzes

Während der Nutzungsphase von Rädern gibt es keinen Emissionsausstoß. So können innerhalb eines halben Jahres 6.000 E-Bikes anstelle von Autos den CO2 Ausstoß um 5 % senken. Ebenso wird der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Fahrräder gegenüber Kraftfahrzeugen gesenkt. Firmen benötigen weniger versiegelte Flächen (Parkplätze) und die Lärmbelästigung wird drastisch reduziert.

Wie können solche Konzepte in der Praxis aussehen?

Man kann das Dienstfahrrad sowohl in ein ganzheitliches Sachleistungskonzept einbauen, aber auch als einzelnen Baustein nutzen und seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen. So ist es nicht notwendig noch weitere Sachleistungen im Unternehmen einzuführen. Das Dienstrad kann als optionales Angebot an den Mitarbeiter gesehen werden. Der Arbeitgeber hat die Option das Bike zu kaufen oder zu leasen. Anschließend wird es dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt. Da dieser das Rad auch zu 100 % privat nutzen darf, ist es für ihn keine Pflicht, es für den Arbeitsweg zu verwenden. Nach dem Ablauf von drei Jahren (egal ob bei einem Kauf oder Leasing) ist es dem Mitarbeiter möglich, das Rad der Firma abzukaufen. In der Regel beträgt der Restwert ca. 10 % des Listenverkaufspreises.

E-Bikes als Dienstfahrrad

Räder mit einer elektrischen Motorunterstützung können in zwei Kategorien einteilen – Pedelec / E-Bike und S-Pedelecs. „E-Bike“ wird häufig auch als Synonym zu Pedelecs genutzt.

Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer beim Pedalieren mit einem Elektroantrieb (max. 250 Watt) bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Km/h. Es gilt rechtlich als Fahrrad und darf auf gekennzeichneten Fahrradwegen fahren. Es besteht keine Helmpflicht, eine Zulassung oder gar ein Führerschein ist nicht notwendig.

S-Pedelecs als Dienstfahrrad

Das S-Pedelec (schnelles Pedelec) als Dienstfahrrad funktioniert genauso wie ein normales Pedelec, allerdings wird der Fahrer vom E-Motor (max. 500 Watt) bis zu 45 Km/h unterstützt. Das S-Pedelec wird mit diesen Eigenschaften bereits als Kleinkraftrad klassifiziert, somit gelten folgende rechtliche Vorgaben:

Mit einem S-Pedelec müssen Sie auf der Straße fahren, mit der Ausnahme, der Radweg ist durch eine Beschilderung für motorisierte Zweiräder freigegeben, dieser liegt außerhalb einer geschlossenen Ortschaft oder der Motor ist ausgeschaltet.

Kurz gesagt:

  • Helmpflicht (§ 21a Absatz 2 StVGO)
  • Versicherungskennzeichen
  • Mofa-Prüfbescheinigung.
  • Straßenfahrgebot

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